„Klimaterroristen“ ist zum Unwort des Jahres 2022 gewählt worden. Die Jury der Phillips Universität Marburg hat dies im Januar 2023 so entschieden. Woher sie das Recht dazu hat, wurde in kritischen Medien gefragt. Nun, ein Recht dazu hat jedermann. Nur muss man in der Lage sein, einen solchen Entscheid in die Öffentlichkeit zu bringen, und das gelingt nur entsprechend aufgestellten Institutionen. Die Uni Marburg hat sich diese Kompetenz in den letzten Jahren erarbeitet.
Im Angebot zum Unwort des Jahres 2022 lag auch das Wort „Sozialtourismus“. Es gelangte auf Platz 2 der Jury-Entscheidung. Im Vorjahr kam „Pushback“ auf Platz 1. Man erkennt daraus die politische Neigung des Gremiums.
Vertiefen wir uns in das Wort Klima mit seinen zahlreichen konkretisierenden Zusätzen. Im Internet findet man derzeit am häufigsten die „Klimachaoten“. Sie übertreffen in Sachen Häufigkeit die meisten anderen Schlagworte rund ums Klima, sogar den Klimawandel. Klimaerwärmung ist ähnlich zahlreich, aber wohl vielen Schreibern zu schwach. Man muss klotzen, nicht kleckern, um gelesen zu werden. Also: Klimanotstand (von Gerichten anerkannt als Rechtsgrund für gesetzeswidriges Verhalten, also Klimajustiz), Klimaalarm, Klimakrise, Klimawahnsinn, Klimakatastrophe, Klimaschock, Klima-Kipp-Punkt, Klimakollaps, Klimatote, Klimaerhitzung, Klimaapokalypse (besonders als Vortragstitel beliebt). Es herrscht die Klimaangst.
Wer sind die viel zitierten Referenten zu den gemachten Aussagen? Es sind die Klimawissenschafter mit ihren Klimamodellen und -prognosen, die Klimavordenker, die Klimaforscher, die Klimaexperten, die Klimakonferenzen (bisher 27; an der COP27 in Sharm-el-Sheikh kamen ca. 35'000 Teilnehmer aus über 190 Ländern zusammen; für die nächste in Dubai, COP28, sind mehr als doppelt so viele, ca. 90'000 gemeldet, alleine Deutschlands Regierung entsendet über 250 Teilnehmer; es seien Klimabeamte und Klimatouristen, meinen Kritiker, und in Dubai steige die grösste Klima-Massenparty der Klimapropheten mit den Klimapäpsten) und Klimagipfel, die zu Klimaabkommen geführt haben. Klimaberater verfassen Klimaberichte und halten Klimavorträge mit Klimabelehrungen. Sie wollen Klimawahrheit von Klimalügen unterscheiden. Klimadiskussionen führen dabei manchmal zu Klimazoff.
Wer sind die Klimaretter? Klimaschützer, Klimaaktivisten, Klimaprotestler, Klimakleber - sie werden mit einem Millionenbetrag von Unbekannten finanziert und veranstalten Klimablockaden; zwei Klimakleber schwänzten im Herbst 2022 einen Gerichtstermin in Bad Cannstatt und erholten sich stattdessen im fernen Thailand beim Badeurlaub - also Klimaurlaub; sie seien als Privatleute gereist, nicht als Klimaschützer, das müsse man auseinanderhalten. - Klimapolitiker, Klimaminister, Klimasenatoren, Klimabeauftragte (die Stadt Hamburg hat 29 davon; was sie tun, weiss man nicht, aber sie kosten 1.8 Mio. Euro pro Jahr), Klimabewegung, Klimafreunde (ein Verein), Klimahelden (ich kenne keinen), Klimademonstranten, Klimastreikende, Klimaprotestler, Klimaradikale, Klimarichter, Klimakämpfer, Klimakrawallanten, Klimarebellen, Klima-RAF, Klimaguerilla, Klimaextremisten, Klimainquisitoren, Klimataliban (zerstören Kunst- und Kulturgüter), Klimakrieger. Mit zunehmender Belästigung der Bevölkerung mutierten die Klimahelden in den Boulevardmedien zu Klimakriminellen.
Berlin kennt einen Klimabürgerinnenrat. Man will in dieser Stadt eine Klimagovernance - denn ein Klimaschutzkonzept oder eine Klimastrategie reichen nicht mehr.
Klimaseniorinnen machen mit gerichtlichen Klimaklagen auf ihre Klimaexposition aufmerksam und verlangen mehr staatliche Klimabeeinflussung. Es gebe ein Klimamenschenrecht, so lautet die Behauptung. Es brauche ein Klimaschutzgesetz.
Es werden Klimaclubs und Klimaallianzen gegründet, man trifft sich im Klimapavillion (am Zürcher Werdmühleplatz), kauft einige Nationalbank-Aktien, um als Klimakapitalist eine klimaverträgliche Anlagepolitik der Schweizerischen Nationalbank verlangen zu können. In Basel wurde eine Klimagerechtigkeitsinitiative vom Volk angenommen.
Wer sind die Gegner der Klimaaktivisten, wer sind die Klimaschänder? Es sind Klimaleugner, Klimasünder, Klimaschmarotzer, Klimaidioten.
Illegale Migranten werden zu Klimaflüchtlingen umfunktioniert. Der Klimasüden hat die Klimaentschädigungsforderungen entdeckt, die der Klimanorden leisten soll. Dieser erwägt dafür einen Klimafonds.
Umweltverbände fordern die deutsche Ampelkoalition auf, eine Klimaregierung zu werden, womit dann die Klimabürokratie ihre Rechtfertigung findet. Der Deutsche Bundeskanzler müsse ein Klimakanzler sein. Klimasubventionen winken den Klimaunternehmern, die Klimainvestitionen klimaneutral werden wollen, ohne Klimakosten selber tragen zu müssen. Klimaschutzverträge werden für klimafreundliche Investitionen abgeschlossen. Wo Klimagelder, Klimamilliarden fliessen, stehen Klimavorreiter bereit. Es sind nicht nur Klimamoralisten und Klimaeiferer oder Klimafetischisten. Letztere zerren an meinen Klimanerven, sie sehen nur noch Klima. Manchmal ist Klimaheuchelei davon nicht weit entfernt.
Seit Jahren schon werden Klimazertifikate gehandelt. Von Landwirten wird klimagerechtes Handeln erwartet, sie sollen Klimawirte werden (kein Witz!).
Über allem steht das Klimaziel (1.5 Grad), das mit Klimamonitoring und Klimabilanzen überwacht wird. Das Klimarating zeigt einem Land, wo es steht (Schweiz auf Platz 22 von 60, die ersten drei Ränge sind nicht vergeben, also für die Schweiz tatsächlich Platz 19). Klimaneutralität gilt als allgemeine Handlungsmaxime.
Natürlich wird auch übertrieben. So wurden erste Klimanarzissten entdeckt. Die Klimareligion soll die Religionsmüdigkeit beleben, Klimasekten sind auch schon unterwegs mit besonderem Klimaglauben, Gretas Aktionen werden als Klimakreuzzug gesehen, von Kritikern manchmal als Klima-Kinderkreuzzug der Klimajugend. Uns allen droht die Klimahölle. Zumindest sei uns der Klimauntergang gewiss (so ungefähr um 2040 soll er sein, der klimabedingte Weltuntergang und damit das Ende der Menschheit).
Im Kindergarten – und nicht nur dort - werden Klimamärchen erzählt.
Quellen: NZZ, St. Galler Tagblatt, BILD-Zeitung, Internet.
PS: Ich bin kein "Klimaleugner"; als Bergsteiger beobachte ich den klimabedingten Gletscherschwund bereits seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Aber die Klimamassnahmen, die von Europa und Nordamerika vorangetrieben werden, sind meines Erachtens wegen des grossen Klimagewichtes der übrigen Welt nicht zielführend.