Klimaerwärmung (24.2.19)

Es ist ein eigenartiger Winter: Im Januar viel Schnee und angemessen kalt, dann im Februar dauerhaft schönes Wetter und viel zu warm. Die Klimaerwärmung ist spürbar. Die Mittelschul-Jugend macht in Klimastreik, was Medien beglückt – man hat etwas Emotionales zu schreiben – und einzelne Politiker aufschreckt. Beschlüsse in der Folge des Pariser Klimaabkommens sind wohl gefasst, aber deren Wirkung wird erst in Jahrzehnten erkennbar werden, falls überhaupt. Deutschland will aus der Kohleverstromung aussteigen, langsam und sehr teuer, aber immerhin. Vorgängig stellt Deutschland jedoch seine Atomkraftwerke ab, die klimasauberste Elektrizitätsproduktion, die wir in ansprechendem Umfang haben. Logisch ist das nicht, aber politisch. Die GRÜNEN, welche diese Unlogik befördert haben, sind derzeit in der deutschen Wählergunst. Die deutschen Wähler lieben die Unlogik.

Deutschland strebt nach links (9.2.19)

Die SPD in Deutschland sieht sich einem schwindenden Wähleranteil ausgesetzt. Bereits haben die Grünen mehr Wählerstimmen als sie, und die AfD ist ihr auf den Fersen. Hauptursache dürfte der politische Linkskurs der CDU sein, die viele Themenfelder der SPD besetzt hat und infolge ihrer Regierungsführung mehr Publizität dafür bekommt als die kleinere Mit-Regierungspartei. Zur Rückgewinnung ihrer früheren Stärke sieht sich deshalb die SPD genötigt, nach links auszuweichen, dort wo DIE LINKE ihr Geschäftsfeld betreibt. Allerdings muss sie dafür neue Themen finden, was sie mit Fantasie tut: Höhere Altersrente für Geringverdiener, früheres Renteneintrittsalter, höherer Mindestlohn, mehr gesetzlich geschützte Wahlfreiheiten von Arbeitnehmern bezüglich ihrer Arbeitszeit, gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice-Zeiten für Arbeitnehmer, Rückbau der Agenda 2010 bzw. der Hartz-IV-Gesetze etc. Der Fachkräftemangel wird dadurch grösser, die Personalkosten steigen, die Flexibilität des Arbeitsmarktes nimmt ab. Man will den Weg Italiens und Frankreichs gehen, obwohl die Folgen in diesen Ländern besichtigt werden können: Schwindende industrielle Wettbewerbsfähigkeit, steigende Staatsschulden. Für deutsche KMU bedeutet es, dass sie neue industrielle Arbeitsplätze proaktiv im Ausland schaffen müssen, zum Beispiel in Indien.

Münchner G'schichten (10.1.19)

Ein München Wirtschaftsprüfer und ein Münchner Anwalt berechnen den Wert eines mittelständischen Unternehmens und kommen mit einer komplizierten Formel auf rund 110 Mio. Euro. Dabei resultiert ein Ebit-Multiple von 20 bis 25. Vergleichbare börsenkotierte Unternehmen kommen auf ein Ebit-Multiple von 5 bis 6. Die Münchner Fachleute bewerten das nicht börsenkotierte Unternehmen also drei- bis viermal höher, als es Aktien-Käufer und -Verkäufer viel grösserer Unternehmen täglich tun. Kein Witz! Was für ein Schwachsinn.

Auftraggeberin der Bewertung ist eine ältere Dame, berufsunerfahren, die sich nun sehr reich vorkommen muss und später einmal enttäuscht feststellen wird, dass sie von ihren Beratern unfair behandelt wurde. Die überzogene Bewertung dient letztlich nur dazu, das Honorar des Steuerberaters/Wirtschaftsprüfers und des Anwalts höher in Rechnung stellen zu können, als dies bei einer realistischen Bewertung der Fall sein könnte. Die Rechtsanwaltskammer München zählt 21'000 Mitglieder. Nicht alle sind berufsaktiv, doch mehr als die Hälfte davon ist bemüht, ein überdurchschnittliches Einkommen zu erwirtschaften. In der Schweiz gibt es rund  9'000 Rechtsanwälte, Österreich zählt lediglich rund 6'000. München hat also dreimal mehr Rechtsanwälte als ganz Österreich. Steuerberater gibt es in München 12'100, in ganz Österreich sind es 8'000.

Im Ballon über die Alpen (1.1.19)

Fahrt über die Alpen mit einem Heissluftballon. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Start im Emmental im Nebel, drei Minuten später über dem Nebelmeer, Überquerung des Jungfraujochs, Aletschgletscher in voller Länge, Wallis, Domodossola, Lago Maggiore, Landung südöstlich von Varese. Hervorragende Sicht, relativ warm, 3.5 Stunden im Ballonkorb, heikle Landung auf engem Feld, kurz nach der Überquerung einer Hochspannungsleitung. Der Pilot ist ein absoluter Könner, berufsmässig mit Ballonen auf der halben Welt unterwegs. Er hat bisher rund 4'000 Stunden in der Luft verbracht.

Unsichtbare Steuern + Abgaben (26.12.18)

Die Deutsche Bundesregierung plant für 2019 Ausgaben von 357 Milliarden Euro. Doch das ist nur ein Teil dessen, was sie dem Bürger an Steuern und Abgaben zumutet. Zu diesen offiziellen Milliarden kommen die inoffiziellen: Euro-Rettung, Energiewende, Migrationskosten. Die Eurorettung hat zu Target2-Forderungen von derzeit 956 Milliarden Euro zugunsten der Deutschen Bundesbank geführt. Sie sind unkündbar, unverzinslich und unbesichert. Schuldner sind vor allem die Euro-Südländer wie Italien (-489 Mia), Spanien (-396 Mia), Portugal (-78 Mia) Frankreich (-67 Mia)[1]. Diese Forderungen der Deutschen Bundesbank sind wohl grösstenteils verloren. Zahlen wird letztendlich der deutsche Steuerzahler bei der Wiederauffinanzierung der Deutschen Bundesbank. Die Euro-Rettung hat aber auch zur Folge, dass der deutsche Sparer auf seinem Sparkonto keine Zinsen mehr erhält, und das seit Jahren. Die aktuelle Jahresteuerung von 2.3 % macht für Deutschland einen Sparzins von ca. 4 (bis 5) % erforderlich; bei einem nominellen Sparvermögen der Deutschen Privathaushalte von rund 2'000 Mia. EUR beträgt die jährliche Zinseinbusse rund 80 Mia Euro – auf diesen Betrag verzichten die deutschen Sparer zwecks Euro-Rettung jährlich. (Es profitieren die Schuldner: Privatpersonen, Unternehmen und Selbständigerwerbende, vor allem auch der Staat.) - Die Energiewende hat deutlich höhere Strompreise zur Folge, weil die neuen Erneuerbaren stark subventioniert werden müssen und diese Subvention mit Energiepreiszuschlägen bezahlt wird. Aktuell sind es 33 Mia Euro, wie man in einer Publikation der Bundesregierung lesen kann.  - Die Migrationspolitik der Bundesregierung treibt die Sozialkosten in die Höhe, und zwar nicht nur jene des Bundeshaushaltes, sondern auch solche ausserhalb, wie die Gesundheits- und Arbeitslosenkosten sowie die Kosten der Bundesländer und Kommunen. Die Presse berichtet von 20 bis 50 Mia Euro pro Jahr.

Euro-Rettung, Energiewende und Migrationspolitik kosten die sparenden Steuerzahler also zusätzlich 130 bis 160 Mia. Euro pro Jahr, ohne die Verluste der Target2-Salden, die erst später offensichtlich werden. Das sind durchschnittlich bis zu 2'000 Euro pro Einwohner und Jahr, bis zu 8'000 Euro pro Jahr für eine vierköpfige Familie. Es ist fast ein halber zusätzlicher Bundeshaushalt. Ein Ende dieser Zusatzbelastung ist nicht in Sicht. Die Risiken und Nebenwirkungen der frivolen Euro-Rettung und der verfehlten Flüchtlings-/Migrationspolitik sind zudem nicht im Griff: So verschuldet sich Italien fröhlich weiter, und die AfD wird zu einer ungemütlichen politischen Kraft.

[1] Zahlen vom September 2018