Fake in den Medien (21.12.18)
Der «Spiegel» wird von einem Journalisten-Skandal heimgesucht. Ein mehrfach ausgezeichneter Mitarbeiter hat seine Berichte massiv gefälscht, «gefaked» wie man heute sagt. Teile seiner schlüssigen und süffigen Darstellungen hat er frei erfunden, und während Jahren hat es niemand gemerkt. Mir scheint das nicht so ungewöhnlich, weil sehr viele Journalisten ihren Berichten eine ihnen passende Färbung geben, sei dies durch die Auswahl ihrer Informanten und Interviewpartner, oder durch das Weglassen nicht in das eigene Bild gehörender Fakten und Aussagen, durch das Setzen von Schlagworten und Titeln sowie Bildern, welche die eigene Meinung pointieren. Zu Fake-Bildern als Beispiel: Illegale Migranten sind im Bild meistens Frauen und Kinder, obwohl es in der Realität überwiegend junge Männer sind, die in Booten übers Mittelmeer kommen. Journalisten berichten über deren Rettung, was mehrheitlich ebenfalls nicht stimmt: Sie werden vor der Küste Libyens von ihren Schlauchbooten in grössere Schiffe übernommen – alles wohl organisiert.